Sozialer Zusammenhalt als Erfolgsfaktor
Die Exkursionsgruppe war vom starken gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Region beeindruckt. Initiativen wie „Loigom hoit zomm“ stehen beispielhaft für eine gelebte Solidarität: Ehrenamtliche bieten im Zusammenwirken mit hauptberuflichen KoordinatorInnen eine rasche und unbürokratische Hilfe in schwierigen Lebenssituationen. Auch das Tageshospiz Pinzgau verdeutlicht, wie wichtig regionale Angebote für Menschen in herausfordernden Lebensphasen sind. Im Senioren-Wohnhaus Prielgut wiederum wird seit mehr als zehn Jahren erfolgreich das Konzept der Hausgemeinschaften umgesetzt – ein Modell, das sowohl menschlich als auch organisatorisch überzeugt.
Regionale Wirtschaft gezielt stärken
Ein zentrales Thema der Exkursion war die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Auch wenn die Wirtschaft im Pinzgau sehr vom Qualitätstourismus geprägt ist, gibt es zahlreiche Initiativen, die das lokale Kleingewerbe und die Nahversorgung ins Zentrum stellen.
Mit dem Projekt zum Standortmarketing „Komm Bleib“ werden 290 Mitgliedsbetriebe bei der Aus- und Weiterbildung von Schlüsselarbeitskräften unterstützt. Ein Fokus liegt dabei auf der Lehre, um so die nächste Generation der Führungskräfte heranzubilden. Quartalsmäßige Netzwerktreffen geben den Betrieben die Chance, Partner für unternehmerische Initiativen zu finden. Längst sind sich hier die Unternehmen bewusst, dass durch Kooperationen und eine gemeinsame Gestaltung der Region stabile wirtschaftliche Strukturen entstehen, von denen die gesamte Region profitiert.
Mit dem „Saalach-Taler“ wurde zudem ein Regionalwährung auf Basis eines Gutscheinsystems geschaffen, das die lokalen Geldkreisläufe stärkt und die Kaufkraft in der Region hält.
Der Kidzz-Laden – ein Secondhand-Geschäft für alles rund ums Kind – ist wiederum ein Beispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft, die regionale Wertschöpfung schafft.
Beteiligung schafft Zukunft
„Projekte und Ideen sind vor allem dann erfolgreich, wenn Menschen mit echter Leidenschaft dahinterstehen“, so Diana Schmiderer, Leader-Managerin im Saalachtal.
Dies gilt auch für die Initiative „Jugend vor Ort“: Jugendarbeit ist vor allem Beziehungsarbeit, mit welcher Zukunftsvorstellungen oder auch kritischen Entwicklungen vorausschauend begegnet werden kann.
Mobilität neu gedacht
Im Land Salzburg ist geplant, ein im Pinzgau entwickeltes Mobilitätskonzept weiter auszubauen. Das Bus- und Bahnangebot des Verkehrsverbundes wird mit einem Shuttle-Dienst flexibel ergänzt. Das Besondere daran: Ein einheitliches Tarifsystem zwischen Verkehrsverbund und Mikro-ÖV. Ein Teil der Kosten wird über eine touristische Mobilitätsabgabe getragen. Insbesondere die Beteiligung des Tourismus ist dabei ein klares Bekenntnis zu einer „touristischen Entwicklung nach innen“, bei der auch die lokale Bevölkerung mitgenommen wird.
Impulse mit Wirkung
Die Eindrücke aus dem Pinzgau wirkten auch über das offizielle Programm hinaus: Auf der Rückfahrt entwickelte sich eine intensive und anregende Diskussion darüber, welche Ansätze sich auf die Mühlviertler Alm übertragen lassen.



